| Bürgerbeteiligungsprozess Kirchplatz - WZ vom 19.09.2009 |
Bürger wollen Befestigung und farbenfrohes Bepflanzungskonzept
Stadt startet Bürgerbeteiligungsprozess zur Neugestaltung des Kirchplatzes – Wünsche geäußert und Ideen gesammelt
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Ich werde mich mit einigen Firmen in Verbindung setzen, um Ihnen eine Kostenübersicht für die gewünschten Varianten der Neugestaltung vorzulegen“, fasste Bürgermeister Bertin Bischofsberger die Auftaktveranstaltung zum Bürgerbeteiligungsprozess Kirchplatz zusammen. Zudem wurde er gebeten, mit einem Gärtnereibetrueb ein Bepflanzungskonzept zu erarbeiten. Knapp 30 Bürger hatten sich im Gasthaus zur Krone eingefunden, um über ein neues Outfit des in die Jahre gekommenen Platzes zu diskutieren, Wünsche zu äußern und über Konzepte nachzudenken.
Anlass war ein Stadtparlamentsbeschluss von 2008, der verlangte, die Bürger in jegliche planerischen Maßnahmen miteinzubinden. Bischofsberger wies Eingangs auf die Historie und Besonderheiten des Platzes hin. Die letzten Maßnahmen erfolgten 1994, damals erneuerte die Stadt die Bepflanzung. Eine Befestigung der Freifläche wurde nicht erwogen, mit ein Grund dafür, dass der bereich eine wirkliche Funktion zu keinem Zeitpunkt hatte. Zudem befinde sich das Grundstück nicht ausschließlich in kommunaler Hand, auch die Kirchengemeinde und ein Privatbesitzer sind in die Planung und damit die weitere Umsetzung einzubeziehen.
Schnell kristallisierte sich heraus, was die Bürger nicht wollen, nämlich den gegenwärtigen Status zu belassen. Auf den hierfür ausgegebenen roten Kärtchen fand sich zudem der Hinweis, das öffentliche Parkangebot nicht zu erweitern. Die grünen Kärtchen waren da schneller mit Stichpunkten beschriftet. Der Platz soll eine vernünftige Befestigung erhalten, lautete der Tenor. "Da muss auch das Regenwasser abfließen können", gab Bischofsberger zu bedenken und erläuterte die Pros und Contras der Vorschläge. "Wir wünschen eine farbenfrohere Bepflanzung", so ein zweites Kriterium, die Attraktivität der Freifläche zu steigern. Hier drängte der Rathauschef auf eine pflegeleichte Umsetzung, Optik und Aufwand müssen als ganzes gesehen werden.
Diskutiert wurden desweiteren Wünsche, auch einmal ein Fest zu feiern und damit die benachbarten Flächen in eine solche Konzeption zu integrieren. Der Ruhebereich soll zudem durch Bänke inclusive Tisch ergänzt werden, forderte die Runde mit Verweis auf die gegenwärtig schadhaften und nicht brauchbaren Sitzmöglichkeiten.
Angesichts der allgemeinen finanziellen Lage der öffentlichen Haushalte stimmte Bischofsberger vorsorglich darauf ein, Eigenleistungen nicht vor vorn herein auszuschliessen. "Wir haben bei der Stadt einen guten Pflasterer, wenn da die Gemeinde mit zur Hand geht, können substantielle Kosten gespart werden." Auch könne ein Fest in angriff genommen werden, dessen Erlös für die weitere Gestaltung verwendet wird.
Für die kommende Sitzung lädt der Bürgermeister in einigen Wochen ein. Dann soll es konkreter werden, erste Skizzen und Modellvarianten werden dann ebenso wie eine Kostenanalyse vorliegen. In das weitere Prozedere wird zudem die während des Pfarrfestes im Juni vom CDU-Ortsverband initiierte Umfrage, wo sich knapp hundert Personen mit Vorschlägen und Ideen zu Wort meldeten.

Bildtext:
(1) Bürgermeister Bertin Bischofsberger moderiert die Auftaktveranstaltung des Bürgerbeteiligungsprozesses und erläutert das Pro und Kontra der einzelnen Vorschläge.
(2) Der Lageplan weist auf die Problematik der Eigentümerfrage hin: Neben der Stadt Reichelsheim (gelbe Fläche) ist das Gelände auch in kirchlicher (rote Umrandung) und privater Hand.