Weihnachtsbuchausstellung - WZ vom 05.11.2009


  

Für Abwechslung in der heimischen Bücherkiste ist gesorgt

 

Weihnachtsbuchausstellung der katholischen Bücherei mit Autorenlesungen, Musikgarten und Bilderbuchkino

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) In wenigen Tagen jährt sich der Fall der Mauer. Günther Kolb blättert in einem Buch, in dem die Eindrücke der so genannten Wendezeit nochmals lebendig werden. Ob das Exemplar auf seinem Bestellzettel vermerk wird, weiß er noch nicht, denn die Auswahl ist groß. Nebenan schau sich eine Familie gemeinsam ein Naturbuch an und bestaunt den auf der Titelseite abgebildeten Kakadu. Was sie oder ihre Verwandten und Freunde in gut sieben  Wochen an Lesestoff unter dem Tannenbaum finden sollen, wissen die Besucher der Weihnachtsbuchausstellung der katholischen Bücherei aber meist ganz genau, wenn auch dem Dialog zwischen Kindern und Eltern noch eine gehörige Portion Überredungskunst der Kleinen zu entnehmen ist.

 

Pop Up Bücher sind in diesem Jahr der Renner. Ähnlich dem Internet springt je nach Inhalt der Geschichte ein neues Motiv dreidimensional  hervor. Ein bunter Schmetterling, ein Flugzeug oder ein Meerestier zeigt sich auf hoher See. Allerdings sind die aufwendig gestalteten Kinderbücher selten für unter 20 Euro zu haben. Daneben zogen die Mysterien von Dan Browns Dauerbrennern wie dem neuen Beststeller „Symbol“ die Leser immer wieder in ihren Bann.

 

Überhaupt war das ganze Pfarrheim eine Woche lang  wieder ein einziger Bazar, bei dem es für Leseratten und Bücherwürmer einiges  zu entdecken gab. Sei es als Geschenk, für das Eigenvergnügen oder das Gotteslob zur Erstkommunion, die Auswahl an Literatur, Spielen oder Kalendern war  groß.  Dafür klapperten die Büchereileiterinnen Marion Schroeder und Andrea Stiefmeier wieder Buchhandlungen und die Frankfurter Messe ab, damit für Abwechslung in der heimischen Bücherkiste gesorgt ist. Neben geistiger Nahrung lud das Literaturcafe zudem bei leckerem Kuchen zum Gedankenaustausch ein

 

Viele kamen auch wegen der  herrlichen Zeichnungen und  Aquarelle von Eldrid Kallenbach. So wird der Raum zu einer kleinen Vernissage mit Motiven aus der Feld- und Ortsrandperspektive oder zeigt ein Hinterhofmillieu, wo die Besucher ihre  teils historische Anwesen wieder erkennen oder auch schon einmal rätseln, ob der Schuppen auf dem Bild eigentlich noch steht.

 

Zusätzliche Veranstaltungen machten die literarische Woche attraktiv. Neben den Autorenlesungen mit Ines Thorn und Daniel Holbe kamen besonders die Jüngsten auf ihre Kosten. So lud Tatjana Balser die Kinder im Babyalter zu einem Musikgarten ein. Dabei hören Kinder und Eltern gemeinsam Musik und musizieren mit verschiedene Gegenständen. Die kleinen erkundeten mit Hingabe die Geräusche und untersuchten alles, was rasselt und knistert, leuchtet und klappert. Danach öffnete sich der Vorhang zum Kinderbuchkino für die 3-6-Jährigen. Erzählungen wie die von den sechs kleinen Glitzersternen  seien beispielhaft genannt. Es leuchteten Sterne oder Straßenlampen und Feuerwerksraketen zündeten bildlich. All das wurde bunt illustriert und in einen Dialog mit den neugierigen Kindern verwandelt. 

 

 

Foto: Aquarelle an den Wänden und Bücher in der Hand: Die Besucher der Weihnachtsbuchausstellung fanden Interessantes zum Verschenken oder zum eigenen Vergnügen Foto: Holger Hachenburger