Ausflug MV Harmonie Bundesmusikfest - WZ vom 24.05.2007



Rhythmus, bei dem man mit muss

 

Musikverein Harmonie fährt zum Bundesmusikfest nach Würzburg und feiert ausgelassen mit

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) "Wenn das Wetter mitspielt, gibt’s heute noch viel zu feiern", waren sich die knapp 40 Mitglieder des Musikvereins sicher, als sie früh morgens zum Bundesmusikfest nach Würzburg aufbrachen. Und sie sollten Recht behalten. Strahlender Sonnenschein verwandelte die Innenstadt in eine einzige gut gelaunte Konzertbühne – mit tausenden von Musikern und abertausenden von Besuchern. Nicht zu beziffern waren hingegen deren Fröhlichkeit und die Freude am Musizieren. Würzburg zeigte sich optisch und akustisch von seiner besten Seite, es herrschte Festival-Stimmung, von der sich die Harmonie schnell anstecken lies. Denn überall standen Gäste am Straßenrand und klatschen, die Rhythmen der Trommeln, Flöten, Posaunen und Trompeten gingen sprichwörtlich ins Blut.

 

Doch bevor sich die „Harmonie“ ins Getümmel stürzte, mussten die Aktiven selbst ran. Klangkarussell hieß die Veranstaltung, zu der sich an verschiedenen Plätzen unzählige Kapellen aus allen Teilen Deutschlands präsentierten. So sorgten die Dorn-Assenheimer Musiker am Dominikanerplatz schon morgens um 10 Uhr für neugierige Blicke und versammelten  Passanten um sich. Gut 200 mögen es am Schluss gewesen sein, denn Dirigentin Tanja Rehde hatte schwungvolle Stücke für jeden Geschmack ausgewählt. Harmonie Vorsitzender Helmut Weitz erläuterte zwischendurch Wissenswertes zum Verein und Dorn-Assenheim. „Toll ist es hier“, sagt ein Tourist aus Pankow, der „zufällig“ ins Musikfest geraten ist, „und wie schön ist es doch manchmal, wenn die Kraft der Musik auf den Saft für Verstärker verzichten kann.“ Selbst die vorbeifahrenden Straßenbahnen legten einen kurzen Zwischenstopp ein, denn einmal der Musik verfallen, hatte mancher Fahrplan spontan keine Gültigkeit mehr.

 

Danach erkundeten die Ausflügler die Innenstadt musikalisch. Marienplatz, das barocke Ambiente der der Residenz oder die historische Altstat luden zum Verweilen ein. Man traf andere Musiker und dass man dabei auch der Würzburger Küche, dem reichhaltigen Geträn-keangebot und der bekannten fränkischen Gastfreundlichkeit begegnete, versteht sich von selbst.

 

Am Abend folgte die „Harmonie“ den pilgernden Menschenströmen und lauschte bei südländischen Abendtemperaturen unterschiedlichsten Rhythmen. In unverwechselbarer Open Air Atmosphäre präsentierte sich die „Nacht der Musik“.  Aus unzähligen Platzkonzerten wurden nunmehr Großveranstaltungen, im Studentenviertel verwandelten sich die Kneipen zu Livebühnen für Swing Jazz, Rock und Ragtime. Besonders auf dem Marktplatz rockte und swingte das Publikum, vor der Residenz schwappten La Ola Wellen über und wer es eher klassisch mochte, marschierte zum Konzertorchester der Bundeswehr ins Kongresszentrum. 

 

Nach über dreizehn Stunden Aufenthalt, einem gelungenen Auftritt und Musikgenuss pur traten die Ausflügler der Harmonie die Rückreise ein und waren sich in einem sicher: Es herrschte ein „Rhythmus, bei dem man mit muss.“

 

Bildtext:  Die richtigen Töne und den Geschmack des Publikums treffen: Kein Problem für den Musikverein Harmonie beim Konzert auf dem Dominikanerplatz in Würzburg