Ausflug Kleintierzuchtverein Rheinhessen - WZ vom 08.06.2007



 

Gute Laune bei Wein, Worms und Gesang

 

Kleintierzuchtverein auf den Spuren der Nibelungen und der rheinhessischen Weinbauern

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Reiseleiter Andreas Dönges war zufrieden, denn das Interesse war groß. Nach Jahren entschied sich der Kleintierzuchtverein wieder für einen Ausflug und mit fast 50 Reiselustigen war der Bus auch bis auf den letzten Platz gefüllt. Ursache mag das vielfältige Programm gewesen sein, denn vom Fachgespräch mit den Kleintierzüchtern in Goddelau über kulturelles in der Nibelungenstadt Worms, Wissenswertem in den Essenheimer Weinbergen und einem zünftigen Abschluss in einer dortigen Straußwirtschaft war ein reichhaltiges Angebot vorbereitet, welches auch intensiv genutzt wurde.

 

Zunächst ging es Richtung Süden zur Zuchtanlage Goddelau. Vorsitzender Norbert Jagsch und seine Ausflügler wurden vom dortigen Vereinschef herzlich willkommen geheißen, hatte man sogar eigens ein Zelt quasi über Nacht  aufgestellt, um die Gäste zu bewirten. Diese nahmen  zunächst  die Anlage unter die Lupe, die es immerhin 1989 zur Schönsten ihresgleichen im gesamten Bundesland gebracht hatte und von der Landesregierung hierfür ausgezeichnet wurde. 5000 qm umfassen die Stallungen, Blumenbeete und Rasenflächen und boten so allerlei Gesprächsstoff unter den Züchtern.

 

Ein kurzer Schwenk nach Westen über den Rhein und schon war Worms in Sichtweite. Das diese Stadt mit den Nibelungen und ihren sagenumwobenen Gestalten bis auf engste verbunden ist, war leicht auszumachen, denn kaum angekommen rollte schon der Nibelungenexpress, um während einer Rundfahrt 2000 Jahre Stadtgeschichte kennen zu lernen. Begehrter Blickfang war der Kaiserdom St. Peter als beeindruckendes Zeugnis romanischer Kirchenbaukust. Viele Schlenker durch das alte und neue Worms zeigten eine Stadt mit viel Kultur und rheinhessischem Flair. Im Nibelungenmuseum war Gelegenheit, in die faszinierende Welt der Mythen und Erzählungen einzutauchen und Bekanntschaft mit dem legendären Drachentöter Siegfried zu machen, der den riesigen Schatz der Nibelungen erobert haben soll. Eine Überraschung gab es im städtischen Museum, denn dieses beheimatet ein heimisches Exponat aus historischen Zeiten: Eine 1723 gebaute Orgel, die in früheren Zeiten ihre Dienste in der Dorn Assenheimer Pfarrkirche versah.

 

Wissenswertes zum Anbau klassischer Reben wie Spätburgunder, Portugieser oder Riesling vermittelte ein Stopp in den Essenheimer Weinbergen. Man erfuhr viel über den mineralreichen Teufelspfad, unterhielt sich über naturschonenden Weinanbau und erkundete die geologischen Bedingungen der sonnigen  Weinbergslagen. So sind die Muschelkalkböden vom Klima begünstigt und eigenen sich exzellent für den Burgunder, während die stärker verwitterten Kalkmergelböden  beste Voraussetzungen für einen süffigen Riesling bieten.

 

Nach soviel Theorie sollte die Praxis nicht lange auf sich warten, es stand eine Weinprobe im Ortskern bevor. Dort wurde so einiges aus dem Weindepot ausgepackt und im gemütlichen Ambiente der Probierlokalitäten begann eine kleine Reise durch die Welt der Trauben und Reben. Da bekanntlich der Wein nicht nur den kulinarischen Appetit, sondern auch die Lust zum Singen anregt, erfreuten sich Ausflügler und Gastgeber bis in die späten Abendstunden an Wein und Gesang, denn dass Weinproben üblicherweise in einer äußerst heiteren Stimmung enden, versteht sich bei den Mitgliedern des Kleintierzuchtvereins von selbst.

 

Bildtext:  An den Essenheimer Südhängen erfuhren die Dorn-Assenheimer vieles über den Anbau Burgunder, Portugieser, Dornfelder, Riesling und Chardonnay.