Adventskonzert  - WZ vom 18.12.2009


  


 

„Beeindruckt, was der aus den Sängern herausgeholt hat“

 

Gemeinsames Adventskonzert von Musikverein Harmonie und Gesangverein Concordia

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Hektik und Turbulenzen der Vorweihnachtszeit hatten keinen Eintritt in die Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Denn dort boten Musikverein Harmonie, der Gesangverein Concordia und der Kinderchor Flowerbirds ein entspannendes Konzert, bei dem die vorweihnachtliche Atmosphäre in all ihren Facetten zu spüren war. Die Dirigenten Andreas Schmidt und Stefan Spielberger hatten Lieder ausgewählt, die die Freude des bevorstehenden Festes ebenso wie die Besinnlichkeit der Adventstage zum Ausdruck brachten. Kurzum ein bunter Abriss festlicher, nachdenklicher und moderner Chor-und Instrumentalliteratur, die durch die hervorragende Akustik Kirche voll zur Geltung kam. Dieser hätte man allerdings ein Mehr an vorweihnachtlichem Ambiente gegönnt.

 

Viel Freude bereitete der erste große Auftritt der Concordia unter Spielberger. „Es war beeindruckend, was der in solch kurzer Zeit aus den Sängern herausgeholt hat“, war unisono zu hören. Voller Schwung und mit einer gehörigen Portion Spaß am Singen präsentierten die Akteure einen beachtlichen Ausschnitt ihres Könnens.

 

Die Konzerteröffnung übernahm jedoch die Harmonie. Strahlende Klänge im Blech, ein festliches Thema eingebettet in einen hymnenartigen Mittelteil, das waren die Zutaten für eine wirkungsvolle Fanfare. Auf ungewöhnlichen Pfaden entführten die Musiker das Publikum in die Zeiten alter schottischer Musik. Das Highland Cathedral ist eine beliebte Dudelsackmelodie im traditionellen Arrangement. Im getragenen Andante  beginnt eine instrumentale Wanderung durch Moore und Wiesen, wechselnde und von wachsender Dynamik bestimmte Melodienführungen lassen mit ihren ineinandergreifenden Soli das hügelige auf und ab der Landschaft lebendig werden.

 

Garant für gespitzte Ohren war die aus dem gälischen entstandene Ballade „Morning has broken“. Cat Stephens machte den Song weltberühmt, die klangvolle Bearbeitung für Blasorchester durch die Harmonie faszinierte auf ihre Weise. Hört man das Lied, fallen die Zwischenspiele der einzelnen Register mit einer ruhigen Melodie auf. Ein deutlicher Kontrast zum Pop der 80er, als Shakin Stevens’ „Merry Christmas Everyone“ durch den Äther tönte. Der fetzige Weihnachtstitel peppte das Konzert mit zeitgenössischem Pop auf. Benjamin Jung zeigte auf der Trompete solistische Qualitäten, während sich das Publikum von der fröhlichen Stimmung des Orchesters anstecken ließ und kräftig mitklatschte.

 

Den unterschiedlichten Aspekten der Weihnachtsliteratur trug die Harmonie nun mit zwei Potpourris Rechnung. Man lauschte einer abwechslungsreichen Dynamik, bei der tiefes Blech,  Klarinetten und hohes Blech sich bestens aufeinander abgestimmt zeigten. Später verschenkten Tuba, Schlagzeug und Posaune swingend und im Big Band Sound eine „Muh, der Mäh und eine Täterateta“. Selbst das Saxophon kam hier zum Einsatz, was in der Weihnachtsliteratur eher unüblich ist.  Auf dem Schlitten schließlich düsten die Musiker noch in die schneebedeckten Alpen. Glöckchen und das Knallen der Peitschen sorgten für authentische Stimmung und als die Trompete zu wiehern begann, war die Imitation perfekt.

Mit ihren frischen Stimmen und von Leiterin Ursula Enke hoch motiviert zeigte  er Kinderchor Flowerbirds Musicalqualitäten. Mal temporeich und spritzig, mal pathetisch oder einfühlsam kamen die Songs daher.  „Franz von Assisi, wir singen euch was vor, was dereinst passierte, kommt jetzt in Wort und Ton“ singen sie und haben dabei viele Solisten wie Dominik Bohler oder Annalena und Alexander Finkeldey. Klar, dass die Eltern und Großeltern stolz auf ihren Nachwuchs waren und bravo riefen.

Mit dem Renaissancestück Alta Trinita Beata begann die Concordia einen komplett neu einstudierten Zyklus gefolgt von geistlicher Chormusik. Harmonisch und sicher aufeinander abgestimmt, textklar und emotionsreich, A-Capella oder mit Keyboard Begleitung trugen die Sänger ihre Stücke vor, darunter das innige „Maria durch den Dornwald ging“ oder die hoffnungsvolle Stimmung in der Stille auf den Hirtenfeldern. Besonders der klassisch-romantische Chor der „Heiligen Nacht“ mit seiner samtweich an- und abschwellenden Dynamik beeindruckte.

 

Der Botschaft „Freut Euch ihr lieben Christen“ folgte das moderne „Rejoice and be merry.“  Auch hier fiel die differenzierte Dynamik auf. Konzertante Festlichkeit punktgenau und rhythmisch akzentuiert, so demonstrierte die  Concordia  ihren neuen Chor-Standard. Mit "Glorious Kingdom" wagten die Sänger dann auch den Schritt Richtung Spiritual. Viel Ausdruckstiefe mit prägnanten Leitmotiven und Variationen rundeten einen rhythmischen Part mit viel Emotionalität und stimmlicher Qualität ab. Ungezählte Male gehört und nun live im Altarraum: Mit dem Ohrwurm „White Christmas“ und Wunsch nach frohen Weihnachten verabschiedeten sich die Interpreten, das Publikum dankte mit  langem und herzlichem Applaus.



  

 

Bildtext: Fotos Holger Hachenburger

 

1. Festliche Fanfaren, gälische Balladen, peppige Potpourris: Der Musikkverein Harmonie zeigte alle Facetten der Weihnachtsliteratur

 

2. Viel Lob gab es für die Concordia: Unter dem neuen Dirigenten Stefan Spielberger war den Akteuren der Spass am Singen anzumerken