| Kerb 2008 - WZ vom 3.9.2008 |
„Wem ist die Kerb“ ? „Uus“ – „Wer nimmt se uns“? „Kaaner“
Dorn-Assenheimer feiern Kerb mit Rock, Pop und Blasmusik – Postive Resonanz auf Neukonzeption
Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) Der Joker hatte gestochen. Mit einer teilweisen Neukonzeption des Kerbfreitags und Sonntags hatten die Ortsvereine als Veranstalter auf die richtigen Pferde gesetzt. Bereits am Freitag platzte die Sport- und Festahalle aus allen Nähten. Über 550 Besucher rockten mit Reload. Die Band verstand es, eine berauschende Konzertatmosphäre mit aufwendiger Licht- & Tontechnik auf die Bühne zu zaubern. Neben bekannten Rock- und Pop-Songs der letzten Jahrzehnte zählten auch Kult-Hits, die im eigenen Stil verrockt werden zu den Überraschungen der Show, die zusätzlich durch pyrotechnische Feuer- und Spezialeffekte bereichert wurde.
Nach vier Tagen ausgiebigem Treiben zeigte sich der Ortsvereinsring zufrieden, nicht ohne die vielen Helfer und ihren unermüdlich Dienst zu loben, die sich um Hunger und Durst der Besucher oder das Schmücken der Halle kümmerten. Mitten drin sind die Kerbburschen und Kerbmädels mit Ihren knallig roten Shirts, lockeren Sprüchen und stets zu einem Spaß, vor allem aber zur aktiven Unterstütung verschiedenster Aufgaben bereit. Denn jede Kerb hat so ihre Rituale.
Da zieht es die Kerbburschen in den Blofelder Wald, um den Kerbbaum zu holen und beim Trip durch die benachbarten Ortschaften nochmals stimmungsvoll die Werbetrommel zu rühren. Lohn der Arbeit war diesmal allerdings ein höchst mittelmäßiges Exemplar, an das nun die Kerbmädels Hand anlegten. Der Baum wird farbenprächtig geschmückt und der Kerbbursch Johann hoch oben im Geäst in Position gebracht. Und wenn beide unter dem Applaus des Publikums senkrecht stehen, brandet Applaus auf und die Kerb kann beginnen. Auch diesmal liessen es sich die Ortsvereine nicht nehmen, mit einem Faß Freibier die trockenen Kehlen in Schwung zu halten.
Stadtrat Horst Wagner kam wieder in Begleitung der beiden Kerbfeen Ruth Schütz und Sibylle Grauling, die ihm beim Fassbieranstich tatkräftig zur Seite standen. „Hier steht das Fass und schaut uns an, das Bier will raus, ich fang nun an“, gab Wagner den Startschuß und den obligatorischen Fragen "Wem is die Kerb? und „Wer nimmt se uns?” folgte folgten die eindeutigen Antworten "Uus" und „Kaaner”. Da bekanntlich mit Musik alles leichter geht, spielten die „Goldenen Erinnerungen“ zur Unterhaltung, um bis in die Morgenstunden mit ihren Rhythmen den Geschmack der tanzfreudigen Festbesucher zu treffen.
Am Sonntag hat sich seit dem vergangenen Jahr ein füllendes Programm mit Gottesdienst und Mittagstisch etabliert, der von so manchem gleichermassen als Früh- Spät – und Dämmerschoppen genutzt wurde. Für die Unterhaltung sorgten die Musikvereine aus Nieder Mockstadt und die heimische „Harmonie“
Mit Traktor und Wagen startete der die Kerb zum montäglichen Finale mit einem musikalischen Weckruf. Stimmungsmusik war während des Fühschoppens das sprichwörtliche Salz in der Suppe und so sorgten die Nixnutze für ein immer wieder neues prickelndes Kerbfeeling.
Zu nächtlicher Stunde schliesslich brach die Runde zum finalen Spektakel auf, der Kerbbursch wird verbrannt und damit die Kerb beerdigt. Traditionell geht es durch die Ortsstrassen und wenn am Ende der Johann nur noch ein Häuflein Asche war, freuten sich doch alle auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: „ Wem ist die Kerb ?”

Bildtext:
(1) Sorgten für die richtige Stimmung: Die Kerbmädels und Kerbburschen nach dem Aufstellen des Kerbbaums
(2) Mit einem Faß Freibier wird die Kerb eröffnet: Stadtrat Horst Wagner läßt ishc in begleitung von Ruth Schütz und Sibylle Grauling das erste Glas schmecken.
Fotos: Holger Hachenburger