KERB - Wetterauer Zeitung vom 29.08.2007
Bis der Johann nur noch ein Häuflein Asche ist
Wem ist die Kerb ? Uus ! Wer nimmt se uns ? Kaaner ! - Dorn-Assenheimer feiern drei Tage Kerb
Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) Der Kerbsamstag war Klasse, an den beiden Folgetagen muss noch etwas am Programm gefeilt werden. Dies war das Resumee das so mancher Kerbgänger nach drei Tagen ausgiebigem Treiben in der Sport- und Festhalle zog. Doch die Stimmung war toll und so hatten jung und alt am Wochenende wieder ihren Spass. Der Ortsvereinsring als Veranstalter zeigte sich zufrieden, nicht ohne die vielen Helfer und ihren unermüdlich Dienst zu loben, die sich um Hunger und Durst der Besucher oder das Schmücken der Halle kümmerten. Mitten drin sind immer die Kerbburschen und Kerbmädels mit Ihren knallig roten Shirts, lockeren Sprüchen und stets zu einem Spaß, vor allem aber zur aktiven Unterstütung verschiedenster Aufgaben bereit.
Kerbbursch oder –mädel ist ein anstrengener Job, denn vor dem Feiern hiess es zunächst einmal früh aufstehen. Den jede Kerb hat so ihre Rituale. Da zieht es die Kerbburschen in den Blofelder Wald, um den Kerbbaum zu holen und beim Trip durch die benachbarten Ortschaften nochmals stimmungsvoll die Werbetrommel zu rühren. Lohn der Arbeit war ein prächtiges Exemplar, an das nun die Kerbmädels Hand anlegten. Der Baum wird farbenprächtig geschmückt und der Kerbbursch Johann - Markenzeichen Strohpuppe und Blaumann – hoch oben im Geäst in Position gebracht. Und wenn beide unter dem Applaus des Publikums senkrecht stehen, brandet Applaus auf und die Kerb kann beginnen. Auch diesmal liessen es sich die Ortsvereine nicht nehmen, mit einem Faß Freibier die trockenen Kehlen in Schwung zu halten.
Stadtrat Horst Wagner kam diesmal in Begleitung der beiden Kerbfeen Ruth Schütz und Sibylle Grauling, die ihm beim Fassbieranstich tatkräftig zur Seite standen. „Hier steht das Fass und schaut uns an, das Bier will raus, ich fang nun an“, gab Wagner den Startschuß und den obligatorischen Fragen "Wem is die Kerb? und „Wer nimmt se uns?” folgte folgten die eindeutigen Antworten "Uus" und „Kaaner”. Da bekanntlich mit Musik alles leichter geht, spielten die „Skydreams“ zur Unterhaltung, um bis in die Morgenstunden mit fetzigen Rhythmen den Geschmack der tanzfreudigen Festbesucher zu treffen.
Am Sonntag hat sich seit dem vergangenen Jahr ein füllendes Programm mit Gottesdienst und Mittagstisch etabliert, der von so manchem gleichermassen als Früh- Spät – und Dämmerschoppen genutzt wurde. Für die Unterhaltung sorgte der Musikverein "Harmonie" Mit ihren Stücken in allen möglichen Variationen punkteten die Aktiven beim Publikum, das sich neben Speis und Trank vom Theken- und Küchenteam auch über ein ein reichhaltiges Kuchenbuffet freuen konnte.
Montags waren die Kerbburschen und -mädels wieder gefordert, denn das Finale erfordert jede Menge Energie. Mit Traktor und Wagen startete der musikalische Weckruf, dem sich mit dem Frühschoppen ein vor allem langer Höhepunkt anschloss. Stimmungsmusik war das sprichwörtliche Salz in der Suppe und so sorgten die Skydreams für das immer wieder aufs neue prickelnde Kerbfeeling.
Zu nächtlicher Stunde schliesslich brach die Runde zum finalen Spektakel auf, der Kerbbursch wird verbrannt und damit die Kerb beerdigt. Traditionell geht es durch die Ortsstrassen mit dem Kerbjohann und dem Kerbpfarrer vorneweg. Nach einer Stippvisite bei Pfarrer Dr. Ferdinand Ogbuehi ziehen die Kerbgänger zum Feuerwehrhaus. Und wenn am Ende der Johann nur noch ein Häuflein Asche war, freuten sich doch alle auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: „ Wem ist die Kerb ?”
Bildtext:
(1) Sorgten für die richtige Stimmung: Die Kerbmädels mit dem Kerbjohann, dem Wahrzeichen der Dorn-Assenheimer Kerb
(2) Hielten das Publikum bei Laune und die Tanzfläche gefüllt: die Kapelle Skydream